Viele Meilensteine säumen den Weg von HERZ – zwischen der Armaturenfabrik um die Jahrhundertwende im 10. Wiener Gemeindebezirk mit 12 Mitarbeitern und dem internationalen Komplettanbieter mit rund 3.100 Mitarbeitern und 44 Produktionsstandorten weltweit liegen schon mehr als 120 bewegte Jahre.
Franz Gebauer und Viktor Lehrner gründeten "Gebauer & Lehrner" und starteten die Armaturen-Produktion mit 12 Beschäftigten. Das Produktionsprogramm dieser Jahre war sehr vielfältig. Der Produktkatalog aus dem Jahr 1908 beinhaltete bereits einige tausend Produkte, von Sanitär- und Feinarmaturen, Heizungs- und Gasarmaturen bis hin zu Schankständern, Badewannen und Badeöfen.
Schon vor dem ersten Weltkrieg beschäftigten Gebauer & Lehrner mehr als 300 Personen, die nicht nur Armaturen für Gas, Wasser, Heizung und Badezimmer, sondern ebenso Aufsätze für Springbrunnen und Zapfhähne für die Bier- und Weinausschank produzierten.

KR Viktor Lehrner (1874-1969) war einer der Gründer von Gebauer & Lehrner, heute bekannt als HERZ Armaturen.


Die darauffolgenden schwierigen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse während des ersten Weltkrieges und der Zwischenkriegszeit konnten die Produktion nicht stoppen, die Belegschaft schrumpfte jedoch auf 120 Mitarbeiter.
Gebauer & Lehrner wurde die Armaturenproduktion untersagt, das Unternehmen war während des Krieges vom Branchengeschehen ausgeschlossen, wurde sehr eingeschränkt weiter geführt und lebte von kleinen Rüstungsaufträgen (Torpedozündern).

Die Um- und Neuorganisation nach dem zweiten Weltkrieg brachte große Veränderungen für das Unternehmen mit sich. Die Umstrukturierung in der Führungsebene brachte eine Modernisierung der Produktion und ging Hand in Hand mit der Rationalisierung des Produktionsprogramms. Zum ersten Mal wurden Artikel katalogisiert und Zeichnungen standardisiert. Ende der 1950iger Jahre erfolgte die Spezialisierung auf Heizungsarmaturen aufgrund marktpolitischer Erfordernisse, dem Unternehmen wurde eine starke Exportorientierung gegeben.
Der Produktionsapparat wurde modernisiert, die Präzision in der Fertigung wurde zu einem Grundpfeiler des Erfolges von HERZ-Produkten. 1964 zeigten sich erste große Exporterfolge – insgesamt 800.000 Heizungsregulierventile wurden international verkauft. Schon in der Zeit der Regelung von Heizungssystemen mittels Handventilen war HERZ mit der Entwicklung des Regulierventils Rekord führend.

Forschung und Entwicklung wurden forciert und das Marketing-Konzept trug Früchte: im Jahr 1970 wurden bereits 1,8 Millionen Ventile in ganz Europa verkauft. Steigendes Energie- und Kostenbewusstsein sowie immer weiter gehende Komfortbedürfnisse der Anwender beschleunigten schließlich die Entwicklung des Thermostatventils. Das erste HERZ-Thermostatventil verließ schon 1972 die Werkshallen. Auch heute noch werden Thermostate permanent weiter entwickelt und optimiert. 1973 wurde der Name HERZ in den Firmenwortlaut übernommen, die Firma Gebauer & Lehrner KG ist ab nun die HERZ Armaturen AG.
F1986 übersiedelt das Unternehmen in die neue Firmenzentrale in der Richard-Strauss-Straße im 23. Bezirk.

1983 wird das von HERZ Armaturen selbst entwickelte Einzelraumregelungssystem TOPTHERM vorgestellt.
Der HERZ-ETC ( ist ein elektronischer Einzelraum – Temperaturregler, ein Stetigregler mit PI Verhalten, zur automatischen Regelung der Raumtemperatur. Ergänzt mit einer Synchronschaltuhr kann die Raumtemperatur zu beliebigen Zeiten abgesenkt werden.
Zusammen mit den von HERZ entwickelten systemrelevanten Stellantrieben wurde sowohl für Radiatoren wie auch für Fußbodenheizungen modernste Raumtemperaturregelungen angeboten.


Nach einem Wechsel der Eigentümer, kam nicht nur frischer Wind in das Unternehmen, die HERZ AG wurde 1996 in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt. Heute ist die HERZ Armaturen Ges.m.b.H. mit 5 Standorten innerhalb Österreichs, 6 weiteren Standorten in Europa und 1.600 Mitarbeitern im In- und Ausland der einzige österreichische und international bedeutsame Hersteller von Produkten für die Gebäudetechnik im Bereich Heizung, Klima und Trinkwasserversorgung.
HERZ setzt auf Wachstum und europäische Qualität. Mit zentraleuropäischen Wurzeln und dem Bestreben, sich fortlaufend weiterzuentwickeln, gilt die Firma HERZ schon seit ihrer Geburtsstunde im Jahr 1896 als verlässlicher Industriepartner für alle Bereiche der Gebäudetechnik.
1995 wird von HERZ Armaturen die nächste Generation von Thermostatköpfen DESIGN präsentiert.
Das ansprechende Aussehen des HERZ Thermostatkopfes wurde in Zusammenarbeit mit "Porsche Design GmbH", Ferdinand A. Porsche, A-5700 Zell am See, entwickelt. Diese Serie wird nicht nur für HERZ Thermostatventile, sondern auch zur Montage auf Ventilen anderer Hersteller angeboten. Wie auch Modelle mit Fernversteller oder Fernfühler die breite Produktpalette ergänzen. HERZ DESIGN Thermostatköpfe sind das Basismodell für alle HERZ DE LUXE Thermostatköpfe und -ventile.
2003: HERZ Armaturen erweitert sein Angebot von Strangregulierventilen, wie den äußerst erfolgreichen Modellen 4117 und 4217, mit Differenzdruckreglern Fig. 4007.
Insbesondere Zweirohr-Heizungsanlagen mit Radiatoren und voreinstellbaren Thermostatventilen (HERZ Produktreihen TS-90-V, TS-98-V und TS-99-FV) erfordern zur richtigen Funktion automatische Strangregulierventile – Differenzdruckregler. Mit dieser wichtigen Ergänzung hat HERZ Armaturen nun auch zur Installation und Sanierung von Fernwärme versorgten Anlagen ein vollwertiges Angebot.


2011 hat HERZ im Bereich der Gebäudeleittechnik sein Angebot von hochwertigen Regelungsventilen erweitert. Das neue HERZ Regelventil 4006 SMART ist die kompakte Ergänzung zur Serie von vollständig druckentlasteten automatischen Regel- und Regulierventilen der Serie 4006.
Diese Volumenstromregler mit integrierten Stellglied sind zusammen mit dem HERZ Stetigreglerantrieb 7990 die ideale Wahl für optimierte energieeffiziente Raumtemperaturregelungen. Durch diese Produktreihen wird nun auch Unternehmen der Mess- und Regeltechnik eine vollständige und attraktive Produktfamilie angeboten.

Diversifizierung und Sortimentserweiterung
Die 2010er Jahre standen bei HERZ im Zeichen von Expansion und Innovation. Die Produktpalette wurde konsequent erweitert, um als Komplettanbieter in der Gebäudetechnik alle Anforderungen abdecken zu können. 2010 übersiedelte HERZ Energietechnik von Sebersdorf nach Pinkafeld, um sich räumlich zu vergrößern und der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden. Das Portfolio reicht von Hackschnitzel- und Pelletanlagen über Holzvergaserkessel bis hin zu Wärmepumpen.
Durch den Zukauf von BINDER Energietechnik in Bärnbach wurde das Angebot im Bereich Biomasse-Anlagen auf bis zu 10.000 kW erweitert. Damit lassen sich sowohl die Versorgung von kleinen Stadtteilnetzen als auch großflächige Versorgungssysteme realisieren. BINDER setzt auf modulare Vormontage: Warmwasser-, Heißwasser- und Dampfkessel werden werkseitig vorbereitet, inklusive Vorschamottierung, sodass alle Komponenten passgenau aufeinander abgestimmt sind. Dies reduziert Montageaufwand auf der Baustelle und ermöglicht eine direkte, fehlerfreie Inbetriebnahme.
Zuletzt erfolgte die Übernahme der Mehrheitsanteile an der HIRSCH Servo Gruppe mit Stammsitz in Glanegg und zahlreichen europäischen Produktionsstätten. HIRSCH ist europäischer Marktführer in der Herstellung von Porozell-Dämmstoffen und Verpackungen. Darüber hinaus produziert das Unternehmen Maschinen und Werkzeuge für Formteile aus EPS und EPP – etwa Noppenplatten für Fußbodenheizungen oder Fassadendämmungen.
Mit diesen Investitionen stärkte HERZ nicht nur sein Sortiment, sondern sicherte auch Arbeitsplätze in Österreich – ein klares Bekenntnis zu den Wurzeln des Unternehmens und zur heimischen Wirtschaft.

Die gemeinnützige HERZ-Stiftung verfolgt das Ziel, die Zukunft der Gebäudetechnik aktiv zu fördern - durch die Unterstützung von Berufsschulen, HTLs, Fachhochschulen und Universitäten sowie durch die Förderung des Nachwuchses und der Weiterbildung in der Branche. Gewinne aus den Aktivitäten der Unternehmensgruppe fließen somit wieder in die Branche zurück und zwar an jene, die die Gebäudetechnik von morgen gestalten: Lehrlinge, Schüler, Studierende und Fachkräfte.
Zudem stellt die gemeinnützige HERZ-Stiftung sicher, dass die Unternehmensgruppe als eine Einheit weiterhin besteht. "Die Stiftung sichert und hält zusammen, was aus heutiger Sicht zusammengehört und generiert in Zusammenarbeit der Beteiligungsunternehmen einen Mehrwert für die gesamte Branche" sagt Gerhard Glinzerer. Für die Kunden und Partner bedeutet dies langfristige Verlässlichkeit, Kontinuität und die Gewissheit, mit einem Partner zusammenzuarbeiten, der wirtschaftlichen Erfolg mit gesellschaftlicher Verantwortung verbindet.