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Bad Gleichenberger Naturwärme GmbH

Bad Gleichenberger Naturwärme GmbH

Binder Warmwasserkessel im Einsatz

Die Bad Gleichenberger Naturwärme GmbH gehört heute zu den etablierten regionalen Wärmeversorgern in der Südoststeiermark. Seit ihrer Gründung im Jahr 2012 wurde das Fernwärmenetz kontinuierlich ausgebaut und versorgt mittlerweile mehr als 60 Abnehmer – darunter große Einrichtungen wie die Therme, das Klinikum, mehrere schulische Ausbildungsstätten sowie sämtliche öffentliche Gebäude und die Pfarrkirche mit Kloster. Mit dem jüngsten Ausbau und der Inbetriebnahme einer 2-MW-BINDER-Warmwasseranlage in diesem Jahr reagiert das Unternehmen auf steigende Leistungsanforderungen und das wachsende Bedürfnis nach einer zuverlässigen, regionalen und CO₂-neutralen Wärmeversorgung.

 

 

Bad Gleichenberger Naturwärme GmbH

Seit 2024 leitet Michael Maier gemeinsam mit Ulrich Kiendler die Bad Gleichenberger Naturwärme GmbH. Für Michael Maier ist das Unternehmen mehr als nur ein Betrieb – er ist mit ihm aufgewachsen und hat dessen Leitung 2024 übernommen. Die Naturwärme ist für ihn ein langfristiges regionales Projekt, das Verantwortung, Engagement und Weitblick verlangt. Im Gespräch mit HERZ News gibt er Einblicke in die täglichen Herausforderungen eines Fernwärmebetreibers.

HERZ News: Die Bad Gleichenberger Naturwärme GmbH besteht seit 2012. Wie hat sich die Anlage seitdem entwickelt?

Michael Maier: Wir haben mit einem kleinen Netz und 13 Abnehmern begonnen. Heute sind es mehr als 60 Abnehmer und unser Rohrleitungsnetz umfasst etwa 14 Kilometer. Besonders spannend war zu beobachten, wie sich das Interesse verändert hat. Als die Diskussion um die Gasversorgung an Fahrt aufgenommen hat, sind viele auf der Suche nach krisensicheren Alternativen zu uns gekommen. Der Zuwachs kam nicht abrupt, aber jedes Jahr etwas stärker und damit sehr stabil.

HERZ News: Welche Grundüberlegungen standen am Anfang des gesamten Projekts?

Michael Maier: Für uns war immer entscheidend, dass das Modell wirtschaftlich tragfähig ist und gleichzeitig die regionale Wertschöpfung stärkt. Wir wollten eine Lösung, die konkurrenzfähig zu fossilen Energieträgern ist und gleichzeitig Arbeitsplätze in der Region absichert. Ebenso wichtig war die CO₂-neutrale Wärmeversorgung, weil wir damit ein nachhaltiges Angebot schaffen, das auch langfristig relevant bleibt.

HERZ News: Die Förderlandschaft war in den letzten Jahren oft unberechenbar. Wie stark hat Sie das betroffen?

Michael Maier: Auf unsere Erweiterung hatte der Förderstopp kaum Einfluss, da wir ausreichend Interessenten hatten. Im privaten Bereich war der Einschnitt jedoch gravierend. Programme wie „Raus aus Öl und Gas“ haben viele Haushalte motiviert, auf Fernwärme umzusteigen. Als die Förderung ausgesetzt wurde, kam der Stillstand. Für den gesamten Sektor war das ein Rückschlag, weil die Nachfrage plötzlich gebremst wurde.

HERZ News: Sie haben Anfang dieses Jahres eine dritte Kesselanlage errichtet und sich für einen BINDER Warmwasserkessel entschieden. Welche Gründe waren ausschlaggebend?

Michael Maier: Die Entscheidung ist aus technischen und wirtschaftlichen Überlegungen heraus entstanden. Wir mussten Teile der neuen Anlage in ein bestehendes Gebäude integrieren, was die Fördertechnik und die Hackgutzufuhr vor klare räumliche Vorgaben gestellt hat. Angrenzend an die bestehende Lagerhalle wurde ein zusätzliches Kesselhaus errichtet. Mit BINDER konnten wir die Anlage so anpassen, dass wir trotz baulichen Einschränkungen eine leistungsstarke 2-MW-Lösung sauber unterbringen konnten. Außerdem haben uns die Emissions- und Immissionseigenschaften überzeugt, die für den weiteren Netzausbau relevant sind.

HERZ News: Wie sieht der Betrieb heute aus?

Michael Maier: Aufgrund der Leistungsanforderung unserer Kunden wird ganzjährig Wärmeenergie bereitgestellt. Die Kessel arbeiten je nach Lastanforderung moduliert, wobei die BINDER-Anlage das bestehende Netz optimal ergänzt und dafür sorgt, dass wir jederzeit zuverlässig und effizient Wärme bereitstellen können. Alle drei Anlagen erzeugen mit regional zugekauften biogenen Rohstoffen ausschließlich Warmwasser und Heizwärme. Besonders wichtig ist für uns die Ausfallsicherheit. Da nie alle drei Kessel gleichzeitig laufen, können wir bei Störungen sofort reagieren und haben immer eine Reserve im Hintergrund. So wird der dauerhafte, zuverlässige Betrieb des Fernwärmenetzes gesichert – für große und kleinere Abnehmer.

HERZ News: Mit welchen Herausforderungen sind Sie als Fernwärmebetreiber im Alltag konfrontiert?

Michael Maier: Die größten Unbekannten sind die Rohstoff- und Strompreise. Das betrifft die gesamte Branche. Unser Hackgut beziehen wir vollständig aus der Region, was die Versorgung stabiler macht, aber Preisbewegungen bleiben ein Thema. Im vergangenen Jahr haben wir rund 20.000 Schüttraummeter benötigt – abhängig natürlich von der Länge und Härte der Heizperiode. Dazu kommt, dass wir im Störfall sofort reagieren müssen, weil ein Fernwärmenetz keine Verzögerungen verzeiht. Die 24/7-Bereitschaft ist daher obligatorisch.

HERZ News: Blick nach vorne: Welche Entwicklung erwarten Sie für die nächsten Jahre?

Michael Maier: Netzverdichtungen und Erweiterungen bleiben ein Thema, aber immer in Abstimmung mit dem tatsächlichen Kundeninteresse. Sollten weitere größere Abnehmer dazukommen, könnten wir den 1-MW-Kessel austauschen, um zusätzliche Leistung bereitzustellen. Die Basis ist auf jeden Fall geschaffen, und mit der BINDER-Anlage haben wir einen wichtigen Schritt gesetzt, um auch künftig stabil und wettbewerbsfähig zu bleiben.

HERZ News: Vielen Dank für Ihre authentischen Einblicke in die Arbeit und die Entscheidungen eines Fernwärmebetreibers. Ihre Erfahrungen zeigen eindrucksvoll, welche Herausforderungen, Überlegungen und Strategien hinter einem zuverlässigen, regionalen Wärmenetz stehen.

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